Was ist ein Codec, genau?
Ein Codec (Kodierer-Dekodierer) ist ein Algorithmus, der Videodaten komprimiert. Ohne Komprimierung wiegt eine Minute 1080p-Video über 10 GB. Mit H.264 sind es 100–200 MB. Gleiche visuelle Qualität, 99% kleiner.
Der Haken: Neuere Codecs komprimieren besser, benötigen aber mehr CPU zum Dekodieren und werden möglicherweise auf älteren Geräten nicht unterstützt.
Die vier Codecs, die du kennen musst
H.264 (AVC) — Der universelle Standard
Veröffentlicht 2003. Immer noch der meistgenutzte Codec der Welt — aus gutem Grund.
Die Zahlen:
- Dateigröße: Referenz (alles andere wird damit verglichen)
- Dekodierungsunterstützung: 100% der Geräte der letzten 10 Jahre
- Kodierungsgeschwindigkeit: schnell
- Qualität bei niedriger Bitrate: gut
Verwenden wenn: Kompatibilität wichtiger ist als alles andere — Social Media, E-Mail, Clients auf älteren Geräten, Website-Einbettung.
Praxisbeispiel: Ein 60-sekündiger 1080p-Clip bei 8 Mbps in H.264 = ~60 MB.
H.265 (HEVC) — Bessere Komprimierung, eingeschränkterer Support
Veröffentlicht 2013. Komprimiert 40–50% besser als H.264 bei identischer visueller Qualität.
Die Zahlen:
- Dateigröße: ~50% kleiner als H.264
- Dekodierungsunterstützung: ~90% moderner Geräte (nicht alle älteren Android, manche Linux-Setups)
- Kodierungsgeschwindigkeit: 2–5× langsamer als H.264
- Qualität bei niedriger Bitrate: ausgezeichnet
Verwenden wenn: Speicherung großer Dateien (4K-Footage, Archive), moderne Zielgeräte, oder Upload auf unterstützende Plattformen (YouTube, Vimeo).
Praxisbeispiel: Gleicher 60-sekündiger Clip bei 8 Mbps in H.265 = ~30 MB (gleiche Qualität wie H.264 mit 60 MB).
VP9 — Googles Open-Source-Alternative
2012 von Google veröffentlicht. Ohne Lizenzgebühren, vergleichbare Komprimierung zu H.265.
Die Zahlen:
- Dateigröße: ~30–40% kleiner als H.264
- Dekodierungsunterstützung: Chrome, Firefox, Edge, Android, YouTube — nicht nativ Safari/iOS
- Kodierungsgeschwindigkeit: sehr langsam
- Qualität bei niedriger Bitrate: ausgezeichnet
Verwenden wenn: Web-Auslieferung wo du den Player kontrollierst, oder YouTube-Uploads (YouTube enkodiert ohnehin alles zu VP9).
AV1 — Die Zukunft
2018 von der Alliance for Open Media (Google, Netflix, Apple, Amazon, Mozilla) veröffentlicht. Ohne Lizenzgebühren. Beste verfügbare Komprimierung.
Die Zahlen:
- Dateigröße: ~30% kleiner als H.265, ~50% kleiner als H.264
- Dekodierungsunterstützung: wächst schnell — alle modernen Browser, iPhone 15+, die meisten Android-Geräte ab 2022
- Kodierungsgeschwindigkeit: 10–50× langsamer als H.264 (Hardware-Encoder holen auf)
- Qualität bei niedriger Bitrate: die beste
Verwenden wenn: Streaming (Netflix, YouTube nutzen es), Langzeitspeicherung wo Kodierungszeit egal ist, Zukunftssicherung deines Archivs.
Direkter Vergleich
| Codec | Dateigröße | Kompatibilität | Kodierungsgeschwindigkeit | Am besten für |
|---|---|---|---|---|
| H.264 | Referenz | Universal | Schnell | Alles, überall |
| H.265 | −50% | Moderne Geräte | Langsam | 4K, Speicherung, moderne Plattformen |
| VP9 | −40% | Web/Android | Sehr langsam | Web-Video, YouTube |
| AV1 | −50%+ | Geräte ab 2022 | Sehr langsam | Streaming, Archive |
Welcher Codec für welchen Anwendungsfall
Upload zu YouTube → H.264 oder H.265. YouTube enkodiert ohnehin zu VP9/AV1. In H.264 für Geschwindigkeit, H.265 für kleinere Upload-Datei.
Mit Kunden teilen → H.264 immer. Du weißt nicht, welches Gerät sie benutzen.
Hintergrundvideo auf Website (stummgeschaltete Schleife) → WebM (VP9) für Chrome/Firefox, MP4 (H.264) als Fallback. Beide bereitstellen.
4K-Archivierung → H.265 oder AV1. H.265 für Kompatibilität, AV1 für maximale Komprimierung.
Mobile-First-Inhalte → H.264 bei 720p. Immer noch sicherste Wahl für maximale Geräteunterstützung.
Streaming-Dienst / große Zielgruppe → AV1 wenn der Encoder Hardware-Beschleunigung unterstützt. Ansonsten H.265.
Dateiformat vs. Codec
Codecs und Dateiformate sind zwei verschiedene Dinge:
- .mp4 = Container der H.264, H.265 oder AV1 enthalten kann
- .webm = Container der VP9 oder AV1 enthält
- .mkv = flexibler Container, enthält alles
H.264 in MP4 ist die universell sichere Wahl. Die meisten Video-Hosting-Plattformen akzeptieren es und enkodieren ohnehin auf ihrer Seite.
Jetzt Video komprimieren
Videokompressor — lade dein Video hoch, wähle das Ausgabeformat (MP4 oder WebM), wähle die Qualität. FFmpeg übernimmt die Kodierung mit der oben beschriebenen Codec-Logik. Kein Konto, kein Wasserzeichen.